25. September 2012

Trotz Herbstanfang

(Dieses Rezept ist mit Gluten und Laktose; es kommt aus der Zeit vor 2013, bevor ich den Blog auf gluten- und laktosefrei umgestellt habe)

Auch wenn ich es mir zu Beginn der Tomatensaison nie vorstellen kann - der Zeitpunkt kommt, an dem ich beginne, der roten Beeren (ja, die Tomate ist tatsächlich eine Beere) überdrüssig zu werden.
Gerade rechtzeitig vorher habe ich letzte Woche diese wunderbar köstliche Tomaten-Basilikum-Tarte gebacken. Sie ist aus bestem Hause - nämlich aus dem von Diana Henry, Kochbuchautorin und Food-Kolumnistin des Sunday Telegraph. Hier stimmt wirklich alles: die Tarte schmeckt herrlich aromatisch, ist kinderleicht zuzubereiten, farbenprächtig und die Nase betörend! Und wer dieses Jahr keine Tomaten mehr mag, sollte sich das Rezept unbedingt eselsohren für nächsten Sommer!


Eigentlich wollte ich ja keine Tartes, Quiches oder ähnliches mehr backen, deren Boden aus Tiefkühl-Blätterteig gemacht wird. Denn bisher war es immer so, dass der Boden nach dem Backen mehr oder weniger durchgeweicht war und keinen Biss mehr hatte - von Blätterteig oder Knusper keine Spur...


Dieses Rezept las sich jedoch gerade im Hinblick auf den Blätterteig so stimmig, dass ich einen letzten Versuch unternehmen wollte: der Käsebelag aus Mascarpone und Parmesan schien zu versprechen, dass die Tomaten den Boden nicht durchfeuchten können. Und so war es dann auch: ein herrlich knuspriger Boden trotz saftigen Belags! Dieser Genuss in Sachen Textur gepaart mit dem umwerfenden Aroma der Tomaten hat dem Rezept einen festen Platz in unserem Repertoire gesichert.


Zugegebenermaßen bin ich ein bisschen spät dran und hätte das Rezept ruhig schon vor einem Monat vorstellen können - aber wer in den nächsten ein, zwei Wochen auf den Wochenmarkt geht, findet (trotz Herbstanfang) noch ein ausreichend großes Angebot an aromatischen Tomaten regionaler Herkunft.

Aufmerksam geworden auf das Rezept bin ich bei Valentina, wo Diana Henrys Kochbuch Food from Plenty vor einem Jahr rezensiert und mit fünf von fünf Sternen bewertet wurde. Ein Buch, das auf meinem Wunschzettel gaaanz oben steht...





Tomaten-Basilikum-Tarte
Adaptiert von Diana Henry: Food from Plenty

(Dieses Rezept ist mit Gluten und Laktose; es kommt aus der Zeit vor 2013, bevor ich den Blog auf gluten- und laktosefrei umgestellt habe)

Wichtig für dieses großartige Rezept sind super-aromatische Tomaten.
Da der Tiefkühl-Blätterteig leider nicht in runden, sondern nur in rechteckigen bzw. quadratischen Scheiben erhältlich ist, muss man ein wenig stückeln, damit man die gewünschte runde Form gemäß Originalrezept bekommt (wer auf die runde Form keinen Wert legt,  kann natürlich auch den Blätterteig in rechteckiger Form belegen, s. Fotos).
Nicht unbedeutend ist auch die Empfehlung, einen Rand von sage und schreibe fünf Zentimetern (!) überstehen zu lassen. Ich hatte es mal wieder ignoriert - mit dem Ergebnis, dass der Saft der Tomaten sich recht bald auf das Backblech ergoss, verkohlte und entsprechend stank. Vor dem Weiterbacken musste ich also erstmal das Blech mühsam abkratzen und hoffe, jetzt wirklich meine Lektion gelernt zu haben...

80 g Parmesan
65 g Greyerzer
500-600 g Tiefkühl-Blätterteig
1 kg sehr aromatische Tomaten
15-20 Basilikumblätter
150 g Mascarpone
½ gestr. TL Thymian
Steinsalz
schwarzer Pfeffer

Parmesan und Greyerzer reiben.
Blätterteigscheiben zum Auftauen einlagig auf ein Brettchen oder einen Teller legen. Ein Backblech leicht bemehlen.

Tomaten waschen und quer zum Stielansatz in 5 mm dünne Scheiben schneiden - in keinem Fall dicker, da sie sonst nach dem Garen noch zu feucht und nicht, wie gewünscht, schrumplig sind. Die Scheiben mit dem Stielansatz und die Endstücke nicht verwenden; diese können für eine Tomatensoße aufgehoben werden.
Basilikumblätter waschen und trockentupfen; größere Blätter etwas zerzupfen.
Mascarpone, Parmesan, Greyerzer, Basilikum, Thymian und Salz mit einer Gabel vermengen und herzhaft abschmecken.

Den Backofen auf 200 °C vorheizen.

Die Blätterteigscheiben zu einem großen Quadrat aneinander legen, gegebenenfalls doppelt bzw. überlappend. Die Ecken so abschneiden, dass sie, an den Rest gelegt, etwa einen Kreis ergeben (33 cm Durchmesser). Auf das bemehlte Blech legen.

Die Käsemischung darauf verteilen und unbedingt (!) einen 5 cm großen Rand überstehen lassen. Mit den Tomatenscheiben konzentrisch und leicht überlappend von außen nach innen belegen. Die Tomaten leicht mit Salz und Pfeffer würzen.

So in den Ofen schieben, dass das Blech zwar etwas, aber nicht zuviel Unterhitze abbekommt und 30 Minuten backen. Danach auf 150 °C herunterschalten und noch etwa 35 Minuten weiterbacken. Die Tomaten sollen in jedem Fall etwas schrumplig sein.

Eventuelle Reste schmecken kalt auch prima - aufgewärmt allerdings gar nicht, da dann die herrliche Textur flöten geht.
Das Rezept lässt sich gut halbieren (machen wir immer, s. Fotos oben).

6 Portionen
Zubereitungsdauer ohne Backen ca. 30 Min.