24. Januar 2012

Für Rosenkohl-Verweigerer

 
Wenn ich jemals einen passionierten Rosenkohl-Verweigerer überzeugen wollte, den kleinen Röschen noch eine letzte Chance zu geben - ich würde ich es mit diesem Gericht versuchen. Feingeschnittener, limettengeküßter Rosenkohl geht zusammen mit zart-nussigem Mohn und Weißwein eine geschmackliche Verbindung ein, die so überraschend köstlich ist, daß sogar ein tief verwurzeltes Rosenkohl-Trauma aus Kindertagen geheilt werden kann.


Ich habe Rosenkohl schon immer sehr gemocht und bin vor ein paar Jahren auf der Suche nach einer Alternative zu meinem üblichen Rosenkohl-Ritual über dieses großartige Rezept in der New York Times gestolpert. Es war eine schon adaptierte Version, und ich habe es weiter verändert, so daß es spannend wäre, mal nachzusehen, wieviel es noch gmeinsam hat mit dem Original aus dem Union Square Cafe Cookbook (was übrigens ein klasse Kochbuch sein muß!).



Der Rosenkohl wird hier nicht zu Tode gekocht, sondern nur ein paar Minuten geschmort und behält Biß. Rosenkohl hat ja meist einen zart-bitteren Geschmack, der in dieser Kombination aber überhaupt nicht stört, sondern - im Gegenteil! - die anderen Aromen perfekt ergänzt. Wer aber auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte vor dem Rosenkohl-Kauf auf jeden Fall den ersten Frost abwarten - dadurch scheint er ein wenig lieblicher zu schmecken.


Also unbedingt probieren, bevor die Rosenkohl-Saison in einem Monat vorbei ist!
Ich hoffe derweil immer noch, daß ich ein ähnlich heilendes Rezept für Grünkohl-Aversionen finde und mich eines Tages zu den Grünkohl-Fans zählen darf - das habe ich bisher nämlich nicht hingekriegt...




Feingeschnittener Rosenkohl mit Limette und Mohn
Adaptiert von der New York Times, 15.11.2006

Mit dem Einkauf des Rosenkohls am besten bis nach dem ersten Frost warten und darauf achten, daß es feste, geschlossene Kohlköpfchen sind. Die kleinen schmecken am besten, bereiten aber leider auch am meisten Arbeit beim Kleinschneiden.
Das Originalrezept verwendet Zitrone; ich hatte für das erste Nachkochen aber nur eine Limette im Haus - glücklicherweise!! Sonst wäre ich vielleicht nie auf diese himmlische Variante mit Limette gekommen. Ich habe es dann irgendwann auch mit Zitrone statt Limette probiert - ist aber längst nicht so köstlich. Ebenfalls anders als im Originalrezept verwende ich nicht deren abgeriebene Schale. Ich habe es mal ausprobiert und finde den Zitrusgeschmack dann zu dominant (sowohl bei Zitrone als auch Limette).
Mohn gibt es meistens nur in 250g-Packungen zu kaufen - zuviel, um ihn teelöffelweise aufzubrauchen. Ich teile mir die Menge dann mit Freunden und verwende ihn auch für diesen wunderbaren Apfelkuchen.

½ - 1 Limette
200 g Rosenkohl
1 EL Olivenöl
1 TL Butter
1 knapper TL Mohn
ca. 3 EL trockener Weißwein
Salz
Pfeffer

Soviel Limette auspressen, daß es 2-3 Eßlöffel Saft ergibt und ihn in eine mittelgroße Schüssel gießen.

Vom Rosenkohl den Strunk abschneiden, damit die äußeren Blätter leicht entfernt werden können. Dann die Röschen der Länge nach halbieren, mit der Schnittfläche nach unten auf ein Brettchen legen und quer in dünne Scheiben schneiden, etwa 3-4 mm dick (bei einer größeren Menge kann man die Röschen auch in der Küchenmaschine zerkleinern, sofern sie ähnlich fein geschnitten werden). Die Scheiben nach und nach in die Schüssel mit Limettensaft geben. Wenn der Rosenkohl fertig geschnitten und in der Schüssel ist, gut mit dem Saft vermengen; dabei die Blättchen ein wenig auseinanderzuppeln.
(Nach diesem Schritt kann der Rosenkohl abgedeckt bis zu 3 Stunden im Kühlschrank auf die weitere Verarbeitung warten.)

In einem Topf das Öl und die Butter erhitzen. Wenn es sehr heiß ist (aber nicht so heiß, daß das Fett bräunt), die Rosenkohl-Saft-Mischung und den Mohn hinzugeben. Bei mittlerer Hitze häufig umrühren bis der Rosenkohl beginnt, weich zu werden, aber immer noch kräftig grün ist und Biß hat, ca. 2-4 Minuten. Nicht zu lange garen!

Mit dem Wein ablöschen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles noch 1 Minute schmoren und dann ggf. nachsalzen. Heiß oder lauwarm servieren.

2 Portionen
Zubereitungsdauer ca. 30 Minuten (inkl. Rosenkohl-Hacken)

5 Kommentare vorhanden • neuen Kommentar erstellen:

multikulinaria hat gesagt…

Ha, fast das gleiche Rezept (muss wohl selben Ursprungs sein) hatte ich auch neulich gekocht und verbloggt. Bis auf die lästige Schnippelei ein Super-Rezept. Schön mild, mmmmh.

Butter bei die Fische hat gesagt…

Ja, ein Super-Rezept. Schön, von Dir zu lesen, Peggy. Ich will definitiv mal wieder öfter in Deinem Blog vorbeischauen!
Wenn ich nicht gerade in Eile bin, finde ich, daß die Schnippelei sogar etwas Meditatives hat. Ansonsten kann man dafür ja (wer hat) eine Küchenmaschine nehmen...
Es lohnt sich auf jeden Fall!

Annika hat gesagt…

Danke fuer dieses Rezept, klingt total lecker! Ich mag Rosenkohl sehr gerne, aber mein Mann hasst dieses Gemuese wie die Pest! Ich habe schon alle moeglichen Kreationen versucht, um es ihm schhmackhaft zu machen, aber nichts hat funktioniert. Ich habe eigentlich schon aufgegeben, aber wenn du sagst, dieser Rosenkohl koennte ihn ueberzeugen, versuche ich es nochmal!

Butter bei die Fische hat gesagt…

Schön, daß Dir das Rezept gefällt. Einen Versuch ist es in jedem Fall wert! Hoffentlich schmeckt es Deinem Mann genauso gut wie meiner Mutter, die über Rosenkohl ein Leben lang die Nase gerümpft hatte, bis ich ihr einmal diesen Rosenkohl servierte, ohne zu verraten, was da auf dem Teller war...

Anonym hat gesagt…

Köstlich. Eva

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