(Dieses Rezept ist mit Gluten und Laktose; es kommt aus der Zeit vor 2013, bevor ich den Blog auf gluten- und laktosefrei umgestellt habe)
Jetzt habe ich doch schon wieder was Süßes im Programm. Eigentlich wollte ich über einen Salat schreiben, aber dann stand mir der Sinn nach Abwechslung in meiner Wochenend-Frühstücksroutine, und mir fiel ein, daß ich vor kurzem etwas Leckeres im Blog 101 Cookbooks gesehen hatte.
Mit Vollkornmehl in Pfannkuchen, Muffins und anderen Gebäckstücken habe ich ja schon seit einer Weile erfolgreich experimentiert - aber in Waffeln?
Weil ich so neugierig auf das Ergebnis war, habe ich mich überwinden können, das Waffeleisen zu entstauben, obwohl es Frühling ist und nicht Winter (bisher gehörten selbstgemachte Waffeln für mich in die dunklere Jahreshälfte). Und es hat sich gelohnt!
Diese Waffeln sind köstlich. Vor allem, weil sie mit ihrer säuerlich-frischen Note geschmacklich überraschen, irgendwie ein bißchen an Brot erinnern und angenehm un-süß sind. Das Rezept ist bestens geeignet für aufgeschlossene Waffel-Esser, die mal etwas anderes, als die klassische Variante probieren möchten und z.B. auch Buchweizen-Waffeln oder -Pfannkuchen mögen.
Ein paar Worte zum Vollkornmehl:
Ich habe Hafer- und Dinkelmehl verwendet; zum einen, weil ich Hafer liebe und zum anderen, weil ich nichts anderes im Haus hatte und mir die beiden sehr gut als Paar vorstellen konnte. Man kann auch gut andere Mehlsorten verwenden und mehr als zwei Getreide kombinieren, wenn man darauf achtet, daß der Hauptanteil ein relativ "mildes" Getreide ist, wie Hafer, Gerste, Dinkel oder Weizen.
Weil ich eine Getreidemühle habe und mein Hafermehl selbst mahle, weiß ich nicht adhoc, ob es überhaupt Hafermehl im (Bio-)Handel gibt. In manchen, meist kleineren Bioläden kann man sich das gewünschte Getreide mahlen lassen.
Nachtrag: man bekommt Hafermehl im Reformhaus.
Wer aber weder Hafer- noch Gerstenmehl findet (oder mag), kann die Mehlmischung auch aus Vollkorn-Dinkel- und Vollkorn-Weizenmehl anrühren. Die Reste der (meistens) 1-kg-Packungen kann man peu à peu so aufbrauchen, indem man bei Pfannkuchen oder anderen Gebäcken ein Drittel bis die Hälfte der Weißmehl-Menge durch Vollkornmehl ersetzt. So kommt vielleicht der eine oder andere ganz nebenbei auf den Geschmack und entdeckt, wie aromatisch Vollkornmehl ist. Außerdem ist das Sättigungsgefühl angenehmer und hält länger an.
(Dabei beachten: das Ersetzen durch Vollkornmehl bei Backwerk, das aufgehen soll und nicht so "platt" bleibt wie Waffeln oder Pfannkuchen, geht aber nur mit Weizen, Dinkel und Roggen, nicht mit Hafer und Gerste, da diese beiden andere Backeigenschaften haben).

Übrigens: wer sich ein Waffeleisen zulegen möchte, sollte ein unbeschichtetes in Erwägung ziehen. Ich habe vor ein paar Jahren eines gesucht und bei Manufactum gefunden. Mittlerweile gibt es dort keines mehr ohne Antihaftbeschichtung - warum, ist mir ein Rätsel. Ich habe mit meinem unbeschichteten Werkhaus-Waffeleisen nur positive Erfahrung gemacht und bin vor allem begeistert vom Backergebnis. Das können bestimmt diejenigen nachvollziehen, die von Teflon- auf Gußeisen-Pfannen umgestiegen sind und das bessere Bratergebnis schätzen. Nebenbei: mein unbeschichtetes Waffeleisen muß nur vor der ersten Waffel mit einer Kleinstmenge Öl eingepinselt werden (die meisten Waffelteige enthalten genug Fett, sodaß kein Nachölen notwendig ist).
Der höhere Anschaffungspreis rechnet sich auch, wenn man berücksichtigt, daß hier keine Beschichtung kaputtgehen kann und es ein Stück zum Vererben ist

Vollkorn-Waffeln oder Waffeln mit "Brotgeschmack"
Adaptiert von 101 Cookbooks
(Dieses Rezept ist mit Gluten und Laktose; es kommt aus der Zeit vor 2013, bevor ich den Blog auf gluten- und laktosefrei umgestellt habe)
Der Teig läßt sich prima am Vorabend vorbereiten, so daß man morgens nur noch die Butter verflüssigt, alles zusammenrührt und ausbackt. Die Beschreibung hierzu ist weiter unten.
Die Mehlsorten können variiert werden; hierzu habe ich im Hauptteil eine Erläuterung geschrieben und weiter unten Vorschläge gemacht.
Im Originalrezept wird Mohn verwendet. Ich habe ihn nicht extra hierfür kaufen wollen und daher ohne gemacht; vermißt habe ich ihn nicht, stelle es mir aber lecker vor.
Ich esse die Waffeln bestäubt mit Puderzucker, würde aber auch Ahornsirup oder Marmelade dazu servieren.Weil ich manchmal zu faul bin, das Waffeleisen rauszuholen, werde ich aus dem Teig demnächst mal Pfannkuchen backen und hier berichten.
Aktualisierung:
Habe Pfannkuchen ausprobiert mit einer Vollkornmehl-Mischung aus Dinkel, Weizen und Roggen (s. Variante c weiter unten) - mmmhh! Wobei der Teig als Waffel ohne Zweifel noch leckerer sein wird, da durch das Waffelmuster wesentlich mehr knusprige Oberfläche erzeugt wird.
90 g Butter
500 ml Buttermilch
2 Eier
(ggf. 1 geh. TL Mohn)
120 g Hafer-Vollkornmehl**
80 g Dinkel-Vollkornmehl**
2 geh. TL Backpulver, mögl. phosphatfrei (Weinstein-Backpulver)
2 TL Rohrohrzucker
1 TL Steinsalz
Puderzucker, Ahornsirup, Marmelade o.ä.
1. Die ersten drei Zutaten sollten beim Zusammenrühren Zimmertemperatur haben; deswegen möglichst frühzeitig aus dem Kühlschrank nehmen.Die Butter zerlassen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
Die Eier leicht verschlagen und in die Buttermilch rühren. Dann die flüssige Butter einrühren.
2. In einer größeren Schüssel Mehl, Backpulver, Zucker und Salz vermengen.
3. Das Waffeleisen vorheizen.
Die Buttermilch-Mischung in die Mehlmischung geben. Alles nur gerade soweit verrühren, daß es einigermaßen vermengt ist; nicht ganz glatt rühren. Der Teig wird relativ dünnflüssig sein.
Je nach Waffeleisen zwei bis drei Eßlöffel Teig in die Mitte des heißen Eisens geben und schließen. Vor dem ersten Öffnen bzw. Nachsehen etwas warten, damit die Waffel eine kleine "Haut" bilden kann und sich nicht ungleichmäßig vom Eisen löst. Danach kann der Bräunungsgrad geprüft werden. Die Waffel je nach Vorliebe hell- bis goldbraun backen.
Werden die Waffeln nicht sofort gegessen, empfiehlt es sich, sie auf einem Kuchengitter abzulegen, damit sie nicht auf der Unterseite "schwitzen" und feucht werden. Die Waffeln können auch für kurze Zeit im nicht zu heißen Backofen auf dem Rost warmgehalten werden. Mit Puderzucker, Ahornsirup, Marmelade o.ä. servieren.
Vorbereiten des Teiges am Vorabend:
Die Eier leicht verschlagen und mit der Buttermilch verrühren; abdecken und kalt stellen.
Die Mehlmischung herstellen: Mehl, Backpulver, Zucker und Salz vermengen; abdecken.
Am nächsten Morgen:
Die Buttermilch-Ei-Mischung frühzeitig aus dem Kühlschrank nehmen. Die Butter zerlassen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und in die Buttermilch-Ei-Mischung einrühren.
Dann weiter mit Punkt 3.
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** andere Mehlmischungs-Vorschläge zum Ausprobieren:
a)
120 g Dinkel-Vollkornmehl
80 g Weizen-Vollkornmehl
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b)
100 g Gersten-Vollkornmehl
55 g Roggen-Vollkornmehl
45 g Hafer-Vollkornmehl
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c)
100 g Dinkel-Vollkornmehl
70 g Weizen-Vollkornmehl
30 g Roggen-Vollkornmehl
ca. 6-8 Waffeln mit herkömmlichem Waffeleisen.
Zubereitungsdauer (ohne Backen): ca. 20 Min.