Wieder zurück.
Es gab mehrere Gründe für die Pause, wobei der bedeutendste ist, daß ich diesen Blog nebenbei schreibe und in der letzten Zeit die Lebensbereiche einer höheren Ordnungsstufe (Familie und Beruf) einfach mehr Platz beansprucht haben.
So mag es mittlerweile etwas spät sein für das heutige Rezept, das ich mir ausgesucht hatte, als es auf dem Markt noch Zucchini im Überfluß gab. Aber vielleicht hat ja der eine oder andere noch ein paar Rest-Riesenexemplare und sucht Verwendung in Form von köstlichstem Zucchini-Gratin?

Sehr einfach in punkto Zutaten und Zubereitung bringt dieses Gratin den Eigengeschmack der Hauptzutat auf raffinierte Weise in den Vordergrund: der Trick ist die leicht geöffnete Ofentür, die dafür sorgt, daß die meiste Flüssigkeit aus dem berüchtigt wässrigen Gemüse verdampft - und herrliches Zucchini-Aroma übrigbleibt. Die leckersten Zucchini, die ich jemals gegessen habe!
Und aufgenommen in meine Reihe minimalistischer Rezepte (siehe z.B. hier, hier, hier und hier).


Nebenbei:
Bevor ich mit dem Schneiden der Zucchini loslegen konnte, machte es deren Durchmesser erforderlich, daß ich mir als Ergänzung zu meinem bewährten kleinen nun endlich einen Hobel mit Normalmaß zulegen mußte. Mußte!
Ein wunderbares Teil in Weitervererbungs-Qualität; nicht billig, aber seinen Preis wert! Mein neuer Rösle-Hobel hat ebenso wie sein kleiner Bruder eine Hobelklinge, die nachkaufbar und auf elf verschiedene Schnittstärken einstellbar ist.
(Der Löffel dient als Anhaltspunkt für die Größe der Hobel)

Zucchini-Gratin
Adaptiert von lamiacucina
Die Zucchini sollen so groß sein, wie die, die man üblicherweise liegen läßt (weil man sie für zu wässrig und fade hält). Also mindestens zwei Handlängen lang und von ansehnlichem Durchmesser - groß genug für ein dicht belegtes Backblech.
Wichtig ist, nicht zuviel Sahne anzugießen, damit nicht zusätzliche Flüssigkeit verdampfen muß; dafür lieber ein paar Butterflöckchen mehr nehmen.
Während des Öffnens der Ofentür sollten die Temperaturknöpfe gegen Überhitzung geschützt werden (ich wickele dazu einen mehrlagigen Alufolie-Streifen um die Knopfleiste).
Alternativ soll es auch genügen, während der Backzeit die Ofentür etwa alle 5 Minuten für kurze Zeit ganz zu öffnen und dann bei geschlossener Tür weiterzugaren. Das habe ich allerdings noch nicht selbst getestet.
Butter
1-2 Riesen-Zucchini
Salz
Pfeffer
wenig Kräuter (z.B. Oregano)
Bergkäse, gerieben (2-4 EL, je nach Vorliebe)
wenig Sahne (ca. ½ Tasse)
Das Backblech mit Butter einfetten.
Die Zucchini waschen und abtrocknen, nicht schälen. Je nach Verholzungsgrad der Kerne mit oder ohne Kerne in ca. 2,5 - 3 mm breite Scheiben hobeln. Die Scheiben ziegelartig und relativ dicht aufeinander in Bahnen auf das Backblech legen (nicht mehrlagig, weil sonst zuviel Flüssigkeit verdampfen muß).
Salzen, pfeffern, die Kräuter und den Käse darauf verteilen. Die Sahne darübergießen und mit ein paar Butterflöckchen belegen.
Ofen auf ca. 250°C vorheizen. Das Backblech einschieben und die Ofentür mithilfe eines Holz-Kochlöffels leicht angelehnt lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Etwa 40 Minuten backen, bis die Zucchini deutlich geschrumpft sind und der Belag leicht braun geworden ist.
2-4 Portionen (je nachdem, ob Hauptgericht oder Beilage).
Zubereitungsdauer ohne Backzeit ca. 20 Min.
4 Kommentare vorhanden • neuen Kommentar erstellen:
hier ist leider Schluss damit, die letzten Zucchini hben die Schnecken gegessen.
Ja, ich weiß, daß ich spät dran bin mit dem Rezept - glücklicherweise habe ich aber am Samstag bei uns auf dem Markt noch etliche Riesen-Exemplare gesehen.
Robert, danke daß Du über dieses Zucchini-"Wunderrezept" geschrieben hast - es ist auf dem sicheren Weg, zu meiner Sammlung lebenslanger Rezepte zu gehören...
Ich habe ja schon mit Sehnsucht auf das nächste Gericht gewartet und dann kam es.
Als ich gestern im Bioladen war, gab es noch Zucchini und ich habe die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen, auch wenn die dort angebotenen Exemplare nicht als Riesen bezeichnet werden konnten. Im Kühlschrank gab es noch eine Stück Ziegenkäse, der schon ein wunderbaren Geruch verbreitete.
Also kurz: Zucchini Zwerg-Exemplare und Ziegenkäse mit einem Stück Ciabatta haben meinen Gaumen erfreut und die Wohnung in einen "Ich-will-mehr-Zucchini-essen" Gourmettempel verwandelt.
Zucchinis gehören nicht gerade zu meiner Leib- und Magenspeise, aber dieses Rezept ist mal wieder göttlich. Ich bin schon gespannt, was der nächste Blog an Überraschung bietet.
Eva
Danke für Deine nette Rückmeldung, Eva! Ich bin auch schon gespannt, worüber ich als nächstes schreibe - habe da zwei, drei Kandidaten...
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