Als ich vor zehn Jahren Zwiebeln und Lauch aus meinem Leben verbannte (Unverträglichkeit), hieß das für mich erstmal, auch keinen Kartoffelsalat wie gewohnt essen zu können, weil unsere Variante immer Zwiebeln hatte. Bis ich dann endlich auf die Idee kam, die zwieblig-scharfe Geschmackskomponente durch Rettichschärfe zu ersetzen und das Ganze mit Radieschen probierte.

Dieser Kartoffelsalat ist zwar nicht so scharf wie mit Zwiebeln, weil auf wundersame Weise selbst die schärfsten Radieschen im Kartoffelsalat milder werden. Dafür schmeckt er viel ausbalancierter und macht durch den Kontrast von weichen Kartoffeln und knackigen Radieschen richtig Spaß zu essen. Und wenn man dann noch das Radieschen-Grün mitverwendet, ist das ein unerhört leckerer Frühlingssalat und überhaupt nicht zu vergleichen mit meinem früheren Kartoffelsalat, der mir nun gar nicht mehr fehlt.

Bestens geeignet für Picknick, Buffet und mittags im Büro. Und sollte man einmal nur Radieschen mit lappigen, nicht verwendbaren Blättern bekommen, kann man auch anderes Grün verwenden, wie z.B. Feldsalat oder Postelein. Lediglich Rucola finde ich hier ungeeignet, weil er die Radieschen geschmacklich überdeckt.
Kartoffel-Radieschen-Salat
Als Essig eignet sich Weißwein-, milder Kräuter- oder Reisessig. Es lohnt sich, ganz frische, knackige Radieschen zu kaufen, weil dann die Radieschenblätter ebenfalls herrlich frisch sind und mitverwendet werden können. Wer nicht die Gesamtmenge der Blätter in den Salat geben möchte, kann die übrigen mit dem gleichen Dressing als "grünen" Salat essen. Bei der Radieschenmenge gilt die Faustregel: pro Kartoffel 1 großes Radieschen. Damit hat man auch schon das Rezept auswendig gelernt, denn dazu kommen nur noch Dressing und Radieschenblätter. Fertig.
8 mittelgroße, festkochende Kartoffeln (ca. 500 g)
2 EL heller Essig
1 TL Salz
1 Prise Rohrohrzucker
2 EL geschmacksneutrales Öl
½ Bund Radieschen (8-12 St., je nach Größe)
Radieschenblätter, Menge nach Geschmack
Die Kartoffeln in der Schale gar kochen, dann abgießen und pellen.
Währen der Kochzeit den Essig zusammen mit dem Salz, Zucker und Öl verschlagen.
Die noch warmen Kartoffeln in Scheiben schneiden und sofort mit dem Dressing vermengen. Am besten geht das mit einem Holzlöffel oder den Händen, damit die Kartoffelscheiben möglichst unversehrt bleiben.
Die Radieschen waschen, in Scheiben schneiden und unterrühren. Den Salat mindestens einen halben Tag durchziehen lassen. Abschmecken und ggf. mit Essig und/oder Salz nachwürzen.
Die Radieschenblätter waschen, in Streifen schneiden und erst nach der Ziehzeit unterrühren.
2 Portionen.
Zubereitungsdauer ohne Koch- und Ziehzeit 20 Min.
7 Kommentare vorhanden • neuen Kommentar erstellen:
Mal davon abgesehen, dass sich das Rezept super liest und durch die geschickte Kombination und Einfachheit aufs Nachkochen wartet, hast Du eine geniale Schüssel dafür verwendet! Die gefällt mir ausgesprochen gut!
Danke für Deinen netten Kommentar, Alin. Ich habe noch eine ähnliche Schüssel, die ich im Beitrag "Auf Stippvisite" (bzw. Tomatencremesuppe mit Croutons) verwendet habe. Die Keramikerin heißt Stefanie Scheier (www.stefaniescheier.de) und hat einen kleinen Laden in Berlin, in dem sie auch töpfert.
Ertes Mal in Deinem Blog!
Der Salat sieht richtig lecker aus! Ich mag Radieschen!Ich werde sie probieren!
Schöne Bilder! :)
Danke für den Tipp! Schon zwei Kandidaten gefunden ;)
@ Spaghetti: ich freue mich, daß es Dir hier gefällt!
@ Alin: ja, die Gefäße von Stefanie sind wunderschön, egal ob Schalen, Becher oder Vasen. Und sie fühlen sich auch herrlich an, weil sie nur teilweise glasiert sind und so einen schönen Kontrast von glatt und matt haben.
Oh, das klingt wirklich lecker.
Der wird auf jeden Fall ausprobiert!
Und ich stimme Spaghetti zu, die Bilder sind wirklich schön :)
Danke Regenbogenknast, das freut mich sehr!
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