Im letzten Herbst habe ich angefangen, nach dem Motto „regional ist erste Wahl“ einzukaufen. Dabei will ich das Ganze nicht zu dogmatisch machen und einige Lebensmittel, wie z.B. Orangen oder Avocados (die ja nie regional sein können) auch weiterhin, aber weniger oft verwenden. Mir geht es eher darum, nicht im Mai Äpfel aus Argentinien zu kaufen oder im Dezember Tomaten aus Marokko. Von Erdbeeren aus Spanien im April ganz zu schweigen.
Nur wenige Lebensmittel habe ich seitdem so sehr vermisst, wie ich befürchtete. Richtig schwer gefallen ist mir allerdings der Verzicht auf Gurken! Keinen Gurkensalat den ganzen Winter lang!! Da wurde mir erst bewusst, dass es in dieser Gegend Freiland-Gurken nur im Sommer gibt... Demgemäß war mein erster Gurkensalat vor zwei Wochen ein richtiges Festessen!! Und heute habe ich vom Markt gleich drei Gurken mitgebracht – für Salate, auf Brot, zum Zwischendurch-Knabbern und für Indonesisches Gemüse in Erdnuss-Kokos-Sauce.
Dieses Gericht mache ich nicht oft, aber es besetzt in meinem Speisen-Repertoire einen ganz besonderen Platz: wenn ich darauf Appetit habe, dann muss es auch genau das sein – nichts anderes, weder asiatisch noch sonstwie gekocht, kann diesen besonderen Appetit dann stillen. Es ist ein eher sanftes, wohliges Gericht – aber mit ein paar Kanten: die gegarten und trotzdem knackigen Gurken, die leichte Schärfe des Cayenne-Pfeffers und das "Ping" der Minze.
Die Sauce ist so köstlich, dass ich sie pur löffeln könnte!

Und die Zubereitung ist denkbar einfach:
- Gemüse kleinschneiden
- Saucen-Zutaten vermengen
- Gemüse kurz anschmoren
- Sauce dazu
- abschmecken
Einziger Nachteil: es läßt sich nicht gut einfrieren oder wieder aufwärmen: die Gurken werden beim Wieder-Erhitzen zu lappig und verändern ihren Geschmack. So richtig lecker ist es nur frisch gekocht.

Indonesisches Gemüse in Erdnuss-Kokos-Sauce
Adaptiert nach einem Rezept aus einer Zeitschrift (weiß aber nicht mehr, welche)
Bitte nicht vor dem Kauf von Erdnussmus zurückschrecken, auch wenn man es außer hier ansonsten nicht verwendet. Ich kaufe es auch nur für dieses eine Gericht, aber brauche es trotzdem immer vor Ablauf der Mindesthaltbarkeit auf. Mein Standard-Erdnussmus ist aus dem Biohandel und hat etwa zwei Jahre Haltbarkeit. Beim Einkauf darauf achten, ob man es lieber stückig mag oder fein.
Die Kokosmilch-Dose schüttele ich vor dem Öffnen nicht und verwende dann zuerst die cremige Masse, die meist oben an den Dosenrändern haftet, bevor ich ggf. die Flüssigkeit dazunehme.
Im Original-Rezept werden zusätzlich grüne Bohnen verwendet, die mir hier zu dominant sind und 70 g Sojabohnenkeimlinge - wer mag, kann sie gewaschen zusammen mit der Gurke untermischen. Ich habe es mit den Keimlingen probiert, finde aber nicht, dass sie einen Umweg in den Asien-Laden wert sind. Besonders schön sieht das Gericht übrigens auf dunklen oder Holz-Tellern aus (die ich leider nicht habe).
1 große Karotte, ca. 150 g
½ Gurke, ca. 180 g
1 TL frisch geriebener Ingwer (ca. 1x2 cm Ingwerwurzel)
ein paar frische Minzeblätter
75 ml Gemüsebrühe
2-3 TL Erdnussmus
3-5 EL Kokosmilch (die "Creme", wie oben beschrieben)
2 EL Tamari
2 EL Erdnuss- oder Sojaöl
2 Msp. Cayenne-Pfeffer
2-3 TL Zitronen- oder Limettensaft
Stein- oder Meersalz
Die Karotte schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Gurke waschen, nicht schälen und längs in dünne Scheiben schneiden (s. Foto); breite Scheiben der Länge nach halbieren und ggf. die Kerne etwas abschneiden. Den Ingwer schälen und reiben.
Die Minzeblätter waschen und grob hacken.
Wenn die Gemüsebrühe nur noch lauwarm ist, darin das Erdnussmus glatt rühren. Es macht nichts, wenn es nicht komplett verrührt ist; der Rest verteilt sich später beim Erhitzen im Topf. Dann Kokosmilch, Sojasauce und Ingwer hineinrühren.
Das Öl in einer Pfanne mit großem Durchmesser und hohem Rand oder einem Schmortopf erhitzen. Karottenscheiben darin kurz anschmoren, nicht mehr als ca. 1 Minute. Dann die Gurkenscheiben dazugeben und untermischen. Die angerührte Flüssigkeit hineingeben und alles zusammen noch 2-3 Minuten garen. Mit Cayenne-Pfeffer, Zitronen- oder Limettensaft und Salz abschmecken. Mit den Minzeblättern bestreuen.
Zusammen mit Jasmin- oder Basmatireis servieren.
2 Portionen.
Zubereitungsdauer ca. 30 Min.
(Dieses Rezept ist mit Gluten und Laktose; es kommt aus der
Zeit vor 2013, bevor ich den Blog auf gluten- und laktosefrei umgestellt habe)
Es gibt ein paar Rezepte, die einen das ganze Leben lang begleiten.
Die immer ohne große Mühe gelingen und jedem köstlich schmecken, ohne dabei Allerwelts-Charakter zu haben. Solch ein "Lebenslanges" ist dieser saftige Orangenkuchen.

Vor kurzem bat mich jemand um das Rezept dafür; deswegen stelle ich ihn heute hier vor, obwohl ich ihn zutatenmäßig eher dem Winter zuordnen würde. Geschmacklich aber passt er das ganze Jahr hindurch zu jeder Gelegenheit.
(Und weil Zitrusfrüchte ohnehin ganzjährig importiert werden und nie aus unserer Gegend kommen, ist hier mein "regional-ist-erste-Wahl"-
Gewissen nicht so streng mit mir...) Woher ich das Rezept habe, weiß ich nicht mehr – ich weiß nur, dass es mich schon so lange begleitet wie das Kartoffelgratin.

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass dieser Kuchen so ziemlich alle Vorzüge in sich vereint: einfach und schnell zu machen, keine außergewöhnlichen Zutaten, lässt sich prima am Vortag zubereiten (er soll sogar mindestens einen halben Tag vorher gemacht werden!), gut einzufrieren, und er ist schön leicht und gar nicht mächtig.
Und der Geschmack? Eine perfekte Balance zwischen sauer und süß, herrlich saftig und eine Krume, die im Mund zergeht – dafür lasse ich jeden Erdbeerkuchen stehen!

Das Ursprungsrezept hieß mal saftiger Zitronenkuchen, aber eigentlich schmeckt er eher nach Orangen. Übrigens ist hier Stärke im Rezept, weil der Teig dann sehr viel feiner und leichter wird als nur mit Mehl.
Saftiger Orangenkuchen
(Dieses Rezept ist mit Gluten und Laktose; es kommt aus der
Zeit vor 2013, bevor ich den Blog auf gluten- und laktosefrei umgestellt habe)
Teig:
1 Zitrone aus kontrolliert-biologischem Anbau100 g Mehl
75 g Stärke (Maisstärke)
1 TL Backpulver
125 g Butter, zimmerwarm
175 g Rohrohrzucker
2 Eier
Saftmischung zum Bestreichen:
1 große Apfelsine
½ Zitrone (keine zusätzliche, sondern die vom Schale-Abreiben)
70-90 g Puderzucker, je nach Säuregrad der Früchte
Eine Springform einfetten. Die Zitrone heiß abwaschen, abtrocknen und die Schale abreiben. Mehl, Stärke und Backpulver verrühren.
Die Butter ca. 3 Minuten mit dem elektrischen Mixer schaumig rühren (die Butter soll dann deutlich heller aussehen). Zucker unterrühren, dann die Eier nacheinander dazugeben und jeweils gut vermixen. Die Zitronenschale unterrühren. Die Mehlmischung nach und nach unterrühren.
Den Teig in die Form geben und eben streichen.
Backen im vorgeheizten Ofen bei ca. 175 °C für 40-45 Minuten.
Während der Backzeit die Saftmischung anrühren:
Früchte auspressen und vorerst nur mit 70 g Puderzucker verrühren; dabei das abgelöste Fruchtfleisch mit verwenden: es ist die einzige “Verzierung” des fertigen Kuchens und sieht wunderschön aus. Abschmecken. Je nachdem wie sauer die Früchte sind, ggf. mehr Puderzucker unterrühren; allerdings soll die Mischung nicht zu süß, sondern eher etwas säuerlich schmecken.
Den Kuchen nach dem Backen 10 Minuten in der Form abkühlen lassen und mit Pellkartoffelgabel, Zahnstocher oder Gabel viele Löcher pieksen. Herausnehmen und die Saftmischung gleichmäßig darauf verteilen. Es wird wahrscheinlich nicht alles auf einmal aufgesogen, dann einfach 15 Minuten warten und den Rest verteilen.
Den Kuchen abdecken und mindestens einen halben Tag durchziehen lassen.
Zubereitungsdauer ca. 20 Min. plus Backzeit
Eigentlich wollte ich über ein Spargel-Salat-Rezept aus rohem Spargel schreiben, aber dieses Jahr scheint der Spargel bitterer als sonst zu sein. Ich hatte bisher erst zwei, drei Stangen, die ich wirklich genußvoll roh knabbern konnte. Verschieben wir die Spargel-Rohkost also auf's nächste Jahr und machen stattdessen diesen Salat – zwar nicht roh, aber immerhin halbgar.
Die eher zurückhaltenden Hauptzutaten Spargel, Pilze und Feldsalat bekommen Pep durch das Aroma der gerösteten Mandeln, die sanfte Säure des Olivenöls und die Schärfe des frischen Pfeffers – markant, aber nicht überladend.
Weil mein Feldsalat im Kühlschrank erfror (ich war unbemerkt an das Thermostat-Rädchen gekommen...) und damit nicht mehr brauchbar war, habe ich auf Eichblattsalat (s. Foto) zurückgegriffen, der an einem wärmeren Platz im Kühlschrank überlebte. Ist aber gar nicht zu empfehlen – viel zu herb und überlagert alles Feine! Wenn Feldsalat nicht zu haben ist, dann lieber gar nicht machen.
Bisher war ich kein großer Fan von Olivenöl, weil es mir zu Salaten und pur zu Brot eine Spur zu bitter und dominant war. Aber vor kurzem habe ich dann endlich mein Lieblingsöl gefunden, das ich pur löffeln könnte: das Nativ Extra von Bio Planète "mild und dezent" (auf der Flaschenrückseite angegeben). Ein anderes, das ich gern pur verwende, ist das auch milde aber etwas fruchtigere und deutlich teurere Terre Antiche von Cilentoverde.
Zum Kochen und Braten nehme ich meistens eine andere Sorte, die preisgünstiger ist und etwas herber sein darf.
(Bio Planète: Naturkosthandel / Terre Antiche: gut sortierte Spezialitätengeschäfte)

Über Olivenöl gibt es immer mal wieder nicht so Gutes zu lesen in punkto Schadstoffe (Weichmacher und Pestizide) und Geschmack. So wie gerade kürzlich im Mai-Heft von Ökotest. Dort wurde auch eins von Bio Planète getestet und mit mangelhaft beurteilt. Stutzig macht mich allerdings, wenn ich lese, daß das Gegengutachten der Firma rechtzeitig für eine Berücksichtigung an Ökotest weitergeleitet, jedoch nicht berücksichtigt wurde...

Spargelsalat mit Pilzen und Mandel-Vinaigrette
Adaptiert nach Mary Sue Milliken and Susan Feniger, Köchinnen in
Los Angeles
Mandel-Vinaigrette
Für diesen Salat ist es wichtig, sehr gutes Olivenöl zu nehmen. Über "sehr gut" entscheidet neben dem Geschmack auch die Schadstoff-Freiheit und die Güteklasse.
Die höchste Klasse ist Olivenöl nativ extra, entsprechend extra virgin (engl.), vierge extra (franz.) oder extra vergine (ital.) und zeigt an, daß das Öl kaltgepresst und ohne übermäßige Temperatureinwirkung schonend hergestellt ist; es ist aus erster Pressung und hat einen Säuregehalt unter 1,0 %.
40 g Mandelsplitter oder grob gehackte, gehäutete Mandeln
60 ml sehr gutes Olivenöl (nativ extra)
2 EL frisch gepresster Limettensaft
2 EL Wasser
knapp 1/2 TL Steinsalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Die Mandeln in der Pfanne ohne Fett so lange unter Rühren rösten, bis sie ganz leicht gebräunt sind; abkühlen lassen. Zusammen mit den anderen Zutaten pürieren bis die Konsistenz cremig ist; es werden winzige Mandelstückchen unpüriert bleiben, was der Sache aber nicht schadet. Die Vinaigrette ist relativ dickflüssig; wer mag, kann sie mit Wasser und Olivenöl etwas verdünnen.
Die Vinaigrette-Menge ist ein wenig mehr, als für diesen Salat benötigt, damit ausreichend Volumen für das Pürieren vorhanden ist. Eventuelle Reste passen sehr gut als Sauce zu anderen grünen Salaten oder als Dip zu rohen Gemüsesticks (dann aber nur die für den Salat benötigte Menge verdünnen; als Dip ist die dickere Konsistenz besser geeignet).
In einem gut verschlossenen Gefäß im Kühlschrank bis zu 5 Tagen haltbar und deshalb gut am Vortag zuzubereiten. Wenn das nicht möglich wäre, würde ich ehrlicherweise auf diesen Salat verzichten – denn mit dem Zubereiten des Spargels, der Pilze und dem Waschen des Feldsalats bin ich beschäftigt genug und habe außerdem kaum mehr Platz in meiner Küche.
Damit bin ich bei einer meiner küchentechnischen Vorlieben angekommen: je einfacher, desto besser!!
*****
Salat
8 Stangen Spargel (nicht zu dick)
½ Zitrone
250 g Champignons oder Austernpilze1 EL Olivenöl
1 EL gehackte glatte Petersilie
¼ TL Steinsalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
ca. 150 g Feldsalat
Den Spargel "klassisch" zubereiten (s. letzter Beitrag) mit einem Stich Butter, einer Prise Zucker und etwas mehr Salz als üblich – etwa ein knapper halber Teelöffel Salz.
Das Ganze aber nur 5 Minuten köcheln lassen, herausnehmen und dann mit kaltem Wasser abbrausen bis der Spargel sich kühl anfühlt, damit der Garprozeß gestoppt wird.
Abtropfen lassen und mit einem scharfen Messer diagonal in 3-4 cm lange Stücke schneiden.
Die Zitrone auspressen. Die Pilze säubern und in dünne Scheiben schneiden.
Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pilze darin nur so lange anbraten, bis sie weich sind. Die Pfanne vom Herd nehmen und Petersilie, Zitronensaft, Salz und Pfeffer unterrühren.
Während die Pilze abkühlen, den Feldsalat gut waschen und abtropfen lassen. Mit 1-2 Eßlöffeln Vinaigrette vermengen und auf den Tellern verteilen. Darauf die abgekühlten Pilze geben. Den Spargel vorsichtig mit 1-2 Eßlöffeln Vinaigrette vermengen und auf den Pilzen verteilen.
4 Portionen als Beilage.