31. August 2009

Mein erster Punkt


Ich bin gerade aus dem Urlaub zurück und habe gleich Pech gehabt: mein geliebter Krautsalat, über den ich dieses Mal schreiben wollte, ist aus noch unerfindlichen Gründen nicht so lecker geworden, wie sonst. Ich werde der Sache auf den Grund gehen und mit der zweiten Hälfte des Kohlkopfes experimentieren. Demnächst berichte ich dann über meine Ergebnisse...
Also habe ich jetzt ein Rezept ausprobiert, über das ich vor kurzem gestolpert bin: Nudelsalat auf asiatische Art. Lecker!!


Zugegebenermaßen bin ich nicht sehr versiert in punkto asiatische Küche - ich bringe es gerade einmal auf eine Handvoll Gerichte. Warum, weiß ich gar nicht so genau; vielleicht liegt es daran, daß ich eine taiwanesische Freundin habe, der ich einige Male beim Kochen zugesehen habe: bei Lili scheint alles so einfach - tack, tack, tack, mit ein paar Handgriffen zaubert sie die tollsten Gerichte, die nicht nur gesund sind, sondern lecker aussehen und auch so schmecken. Und wenn ICH dann mal denke, ich such mir jetzt mal ein asiatisches Rezept, lese ich oft nach der Zutatenliste nicht mehr weiter, weil ich dieses und jenes nicht im Haus habe und mir (wenn ich es kaufte) auch nicht vorstellen kann,
es noch in diesem Jahrhundert aufzubrauchen. Aber ich werde mein asiatisches Repertoire schon noch ausbauen...


Also, mein erster Punkt beim Aussuchen neuer Rezepte ist eine überschaubare
Zutatenliste bzw., daß die Zutaten nicht zu exotisch sind und womöglich nur ein oder zwei Mal pro Jahr gebraucht werden. In diesem Rezept dürfte Sambal Oelek die unüblichste Zutat sein, deswegen ein paar Worte dazu:
Sambals sind dickflüssige, scharfe Würzsaucen auf Chili-Basis, die in Asien traditionell in kleinen Schälchen zu vielen Gerichten gereicht werden. Es gibt diverse Sambals, wobei Sambal Oelek
nur aus rohen, zerkleinerten roten Chili-Schoten, Salz und Essig besteht.
Ich habe es erst seit kurzem in meinem Arsenal und schon einige Male v.a. in Suppen verwendet; es macht mir richtig Spaß, dem einen oder anderen Gericht damit einen Kick zu geben... Wer manchmal gern etwas scharf ißt, wird sich über die Anschaffung freuen!

Reisessig ist inzwischen kein so außergewöhnliches Utensil mehr. Es gibt ihn in kleineren Flaschen im Asien-Laden, er ist preiswert und läßt sich auch für viele klassische Salate an Stelle von "normalem" Essig (z.B. Weißweinessig) verwenden, weil er geschmacklich eher zurückhaltend ist.
Der Limettensaft läßt sich ausnahmsweise mal gegen Zitrone austauschen, und das wär's auch schon an "Exoten"!




Nudelsalat auf asiatische Art
Adaptiert von Alicia L. Carrier

Die Gemüsesorten sind austausch- bzw. ergänzbar: statt Zucchini kann man auch wunderbar Fenchel nehmen oder ein paar Zuckerschoten bzw. Erbsen. Zusätzlich passen noch
Stangensellerie oder ein paar Streifen Chinakohl-Blätter. Die Karotte mit ihrem rötlichen Ton sollte allein schon für's Auge unbedingt rein!
Wer es etwas asiatischer möchte, nimmt statt gewöhnlicher Spaghetti japanische Soba- oder Udonnudeln.

100 g Spaghetti
etwa 2 Tassen Broccoli-Röschen (ca. 150 g)
1 mittelgroße Karotte (ca. 70 g)
1 kleine Zucchini (ca. 120 g)

Dressing:

1-2 EL Sojasauce
2 EL Sesamöl
1 EL Reisessig
1 TL Limettensaft (oder Zitronensaft)
½ TL Rohrohrzucker
etwas geriebener Ingwer (Menge nach persönlichem Geschmack)
¼ - ½ TL Sambal Oelek

Cashew-Kerne (Bruch genügt vollkommen; ist preiswerter)

Die Spaghetti zwei- bis dreimal durchbrechen (ißt sich wesentlich leichter) und bißfest kochen. Dann sofort mit kaltem Wasser so lange abschrecken, bis die Nudeln kalt sind. Sonst garen sie weiter und werden zu weich.
Die Broccoli-Röschen in sprudelnd kochendem Wasser maximal eine Minute blanchieren und auch sofort mit sehr kaltem Wasser abschrecken; ebenfalls so lange, bis sie wirklich abgekühlt sind.
Die Karotte schälen, die Zucchini waschen und beides raspeln (nicht zu fein, sonst wird es matschig).
Alles in einer großen Schüssel vermengen.

Die Dressing-Zutaten mit einer Gabel oder einem Schneebesen verrühren. Vorsicht bei der Sojasauce: einige Saucen scheinen einen leicht bitteren Touch zu haben, der vorschmecken kann. Deshalb lieber erst mit der kleineren Menge beginnen und ggf. mit Meersalz nachsalzen. Wenn es nicht bitter ist, dann beim nächsten Mal statt Salz etwas mehr Sojasauce nehmen.

Das Dressing über die Nudel-Gemüse-Mischung geben und gut vermengen. Ggf. mit Essig, Salz oder/und Zucker abschmecken.

Die Cashew-Kerne ohne Öl in einer Pfanne anrösten. Abkühlen lassen und unter den Salat mengen.

Der Salat hält sich 2-3 Tage im Kühlschrank und schmeckt sogar am zweiten Tag noch besser als am Zubereitungstag.

2 Portionen.
Zubereitungszeit ohne Kochen: 20 Min.

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